Germania
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Chronik

Der Gesangsverein Germania wurde am 19.November 1910 unter der Regie von Hauptlehrer Schumacher und Schultheiß Öttinger gegründet. Die Namensgebung fand bei der ersten Generalversammlung bei Ehrenmitglied Bürkert in Füßbach statt. Der Jahresbetrag wurde bei dieser Versammlung auf 2,40 Mark festgelegt; ein Fehlgeld von 0,20 Mark wurde eingeführt. Der erste Dirigent des Vereins war Hauptlehrer Schumacher. Als Vorstand wurde Schultheiß Öttinger gewählt. Das Amt des Schriftführers übernahm Fritz Foß. Zu weiteren Vertretern des Vereins wurden aus Mangoldsall die Vereinsmitglieder Hofmann und Kistner aus Füßbach die Mitglieder G. Neff und Bolz gewählt.

Die dritte Generalversammlung wurde am 16. Februar 1913 in Füßbach  abgehalten. Ab jetzt hieß der der Verein offiziell "Germania". Hier beschloß man, abwechselnd in Mangoldsall und Füßbach ein Kinderfest abzuhalten; das erste sollte im im Sommer des gleichen Jahres in Füßbach stattfinden. Der Verlauf dieses Kinderfestes wurde bei einer Ausschusssitzung am 21. Mai 1913 wie folgt festgelegt: "Zur musikalischen Umrahmung sollen die Musikkapellen Forchtenberg und Ingelfingen befragt werden. Schiffschaukel und Karussell Otto Schulte aus Matzenbach oder Georg Mögerle aus Öhringen stellen. Ferner wird die Ausschreibung im "Hohenloher-Boten" beschlossen. Das Feilbieten von Ess-,  Zuckerwaren und Zigarren ist nur Mitglieder gestattet."

Die Protokolle der "Germania" spiegeln nicht nur die Vereinsereignisse, sondern auch die Weltgeschichte wieder, die vor den kleinen Dörfern des Salltals nicht stehengeblieben ist. Im ersten Weltkrieg waren 22 Mitglieder , darunter auch der Chorleiter eingezogen, und die Singstunden hörten auf. Von den daheimgebliebenen Vereinsmitgliedern wurde 1916 ein halber Jahresbeitrag in Höhe von 1.20 Mark für Liebespakete erhoben.

Nach dem erstem Weltkrieg wurde dann erst wieder am 8. März 1919 eine Generalversammlung einberufen. Der Rechenschaftsbericht umfasste die Jahre 1914 bis 1919. Bei den Wahlen wurde Wilhelm Öttinger und Fritz Foß in ihren Ämtern bestätigt. Neue Ausschussmitglieder wurden Leonhard Hasenfuß, Heinrich Ullrich und Karl Kümmerer. Es wurde beschlossen, dass der Verein bei der Friedensfeier in Mangoldsall mitwirkt. Im Rahmen dieser Feier sollte die Friedenslinde gepflanzt werden. Der Vereinsbetrag betrug nun O,25 Mark im Monat bei halbjährlichen Einzug.

Bei der sechsten Generalversammlung im Jahre 1920 wurden bei einer Ergänzungswahl für die Ausschussmitglieder Bolz und Hofmann die Mitglieder Karl Frank und Ernst Baumann gewählt. Besonders gedacht wurde bei dieser Versammlung an die Gefallenen Johann Karle und Leonhard Pfeifer.

Im Rahmen der 7. Generalsversammlung am 8. Mai 1921 gründete der Verein eine Sängerkasse. Die Inflationszeit zeigt seine Auswirkungen auch auf die Mitgliedsbeiträge, die auf 0,50 Mark pro Monat verdoppelt wurden.

Die 8. Generalversammlung fand am 12. Februar 1922 statt. Die Beschlussfassung: Ausflug nach Dörrenzimmern in der Blütezeit. Ein Kinderfest soll am 28. Mai bei Bauer in Mangoldsall stattfinden. Entschädigung 150 Mark, bei nasser Witterung zusätzlich einen Wagen Klee von Karl Kümmerer.        "Die Aufnahmegebühr in den Verein wird für den Sänger auf 50 Mark, für das passive Mitglied auf 200 Mark festgesetzt." Aus dem Gesangsverein war aber inzwischen  kein Millionärsklub geworden, sondern diese Eintragungen stammen aus dem Jahre 1923 und sind eine Auswirkung der Inflation.

Im Jahre 1925 wurde der seitherige Kassierer Fritz Foß zum Vorstand gewählt. Das Amt des Kassierers und Schriftführers übernahm Karl Sachs. In der von ih, übernommenen Vereinskasse befanden sich 49,11, die Sängerkasse hatte einen Bestand von 65,80 Mark.
Am 31. Januar 1926 bei der 12. Generalsversammlung wird die Anschaffung einer Vereinsfahne beschlossen. Bestellt wird sie von den Fahnenwerken Rommel und Ackermann zum Preis von 650 Reichsmark. Die Fahnenweihe für diese schöne Fereinsfahne fand am 30. Mai 1926 auf dem Festplatz bei Öttinger und Gebert statt. Als erster Fahnenträger agierte Fritz Bartholomä. Aus dem Erlös dieses Festes konnte sich der Verein nun einen Notenständer leisten und sich an der Anschaffung eines Klaviers beteiligen.

Die Generalsversammlung beschließt im Jahre 1928 die Anschaffung eines Rucksacks zum Notentransport. Die Neuwahlen 1929 brachten die Bestätigung von Vorstand Egner und Kassier Sachs. Im Ausschuss sind Ernst Baumann, Adam Müller, Eugen Kuom, Georg Eichinger und Heinrich Ullrich vertreten.

Aus Geldmangel wird im Jahre 1930 auf eine Feier zum 20.-jährigen Vereinsbestehen verzichtet. Zu dieser Zeit beträgt der Beitrag für passive Mitglieder 2.40 Mark, für aktive 1,20 Mark.
Infolge der ernsten Zeit wird 1931 das beantragte Kinderfest abgelehnt.
1933 hat der Verein erstmals eine Maiwanderung unternommen. Die Statuten des Schwäbischen Sängerbundes werden im Jahre 1934 übernommen. 1936 soll der Verein aufgrund eines Rundschreibens des Kreisführers an einem Wertungssingen in Öhringen teilnehmen. Obwohl der Vorstand und der Dirigent für eine Teilnahme stimmten, lehnten die übrigen Mitglieder die Teilnahme ab. Ein Jahr später wurde der Verein jedoch vom Kreisführer zur Teilnahme am Wertungssingen in Niedernhall aufgefordert.

Der 2. Weltkrieg bereitete dem Verein wieder größte Schwierigkeiten. Viele Sänger, auch der Chorleiter Hauptlehrer Löffler wurde eingezogen. Auf den Daheimgebliebenen ruhte eine schier erdrückende Arbeitslast und die Lust zum Singen ist damals manchem verdorben worden. Dass die Arbeit des Vereins gestört war, beweisen wider einmal die wenigen und unregelmäßigen Einträge ins Protokollbuch. Und wie schon 26 Jahre vorher wurden die Vereinsmitglieder daheim um Spenden für die eingezogenen Sänger gebeten. Die Zeiten sind ähnlich, nur die Generationen haben gewechselt.
Nach dem Krieg kamen die unentwegten Mitglieder wieder zusammen und begannen zum drittenmal mit der Arbeit.
Bei der 27. Generalversammlung am 29. Februar 1948 konnte auch Bürgermeister Henninger begrüßt werden. Die gefallenen und vermissten Sänger des 2. Weltkriegs, Fritz Öttinger, Gottlieb Sachs und Eugen Steinbach wurden geehrt. Nach langjähriger Tätigkeit legen Vorstand Karl Egner und Kassier Karl Sachs ihre Ämter nieder. Neugewählt wurden: als Vorstand Christian Kaiser, als Kassier Willhelm Schübel und als Schriftführer Karl Schulz.

Im Jahre 1949 beschließt die Generalversammlung eine Beitragserhöhung von 2,80 DM auf 3,50 DM. Zwei Jahre später erfolgt eine weitere Erhöhung auf 4 DM, außerdem muss von jedem Sänger ein Beitrag von 2,40 DM eingezogen werden, weil der Verein sonst nicht bestehen kann.

Ab dem Jahre 1953 übernimmt Hauptlehrer Kleiner das Amt des Chorleiters. Der Verein veranstaltet 1956 ein Gartenfest.

Am 28. Februar 1959 beschloss die Generalversammlung, das 50-jährige Vereinsjubiläum im darauffolgenden Jahr zu feiern. Dieses Jubiläum fand dann am 28. und 29 Mai 1960 statt. Der Einladung der Germania folgten 38 Vereine. Diese Fest wurde zu einem unvergessenen Ereignis in der Gemeinde. Eine besondere Anerkennung erwarb sich unser unvergessener Schulleiter und Dirigent Ortwin Kleiner.   
Zwei Jahre später 1962, wurde Rudolf Karle zum Vorstand und Fritz Öttinger zum Schriftführer und Kassier gewählt. Der Ausschuss setzte sich aus den Mitgliedern Christian Kaiser, Ernst Hüttner, Karl Schulz und Fritz Kümmerer zusammen.
Ein Sommernachtsfest wird 1964 in Mangoldsall veranstaltet. Im Jahre 1968 wirkt der Verein bei der Schulhauseinweihung in Kupferzell mit. Außerdem wird im diesem Jahr der Feuersee in Füßbach eingeweiht. Die Feuerwehr und der Gesangsverein veranstalten das Einweihungsfest. Ein weiteres Sommerfest veranstaltete der Verein zusammen mit der Feuerwehr im Jahr 1978. Dazu wurden die Nachbarvereine zu einem Sängernachmittag eingeladen.

1969 wurde Pfarrer Prechtl verabschiedet und Pfarrer Lang eingesetzt. Der Gesangsverein wirkte bei der musikalischen Umrahmung mit. Im gleichen Jahr fand zum ersten Mal das Sängertreffen in Kupferzell statt.

Bei der 49. Generalversammlung wurden Fritz Kümmerer und Karl Schulz für 40.-jähriges Singen geehrt und zu Ehrenmitgliedern ernannt. Die turnusmäßigen Wahlen bestätigen Rudolf Karle als Vorstand, Stellvertreter wird Ewald Gebert, neuer Kassier und Schriftführer Karl Kaiser.

In den 60er und 70er Jahren nahm der Verein an den zahlreichen Sängerfesten in der Umgebung teil.

Das 75.-jährige Jubiläum des Kochergaus fand 1974 in Schwäbisch Hall statt, wo unser Verein auch teilnahm.

Im nächsten Jahr feierte die Genossenschaftsbank Kirchensall ihr 50.-jähriges Bestehen. Der Gesangsverein wirkt bei den Feierlichkeiten mit. Bei der Generalversammlung im gleichen Jahr gab es neben anderen Ehrungen eine besondere Auszeichnung für unseren Ehrenvorstand Christian Kaiser, der für über 50.-jährige Sängertätigkeit geehrt wurde. In diesem Jahr findet auch ein gemeinsames Sommerfest von Feuerwehr und Gesangsverein in Mangoldsall statt.

Bei der Generalversammlung im Jahr 1977 wurde Karl Würtemberger zum Ehrendirigenten des Vereins ernannt.

Bei der Einsetzung von Pfarrer Rist, die ein Jahr später stattfindet, wirkt der Verein mit Liedbeiträgen mit.

Im Jahr 1980 geleitete der Verein seinen Ehrendirigenten Karl Würtemberger zu seiner letzten Ruhe. Ebenfalls verstarb der Gauvorsitzende des Kochergaus, Franz Gehweiler in jenem Jahr.

Bei der Generalversammlung im gleichen Jahr wurde Karl Schulz und Fritz Kümmerer für über 50-jährige Sängertätigkeit geehrt. In unserer Kirche in Kirchensall wurde 1981 die neue Orgel eingeweiht. Die Feierlichkeiten wurden vom Gesangsverein mitgestaltet.

In den Jahren 1982 und 1983 fehlte dem Verein der Dirigent. Die notwendigen Auftritte des Vereins übernahm aushilfsweise in dieser Zeit Hans Kaiser aus Kupferzell.

Die Dirigentenlose Zeit endete im Dezember 1983. Dankenswerter Weise übernahm Bruno Wegert aus Waldenburg die Chorleitung. Seit dieser Zeit pflegen wir mit dem Waldenburger Männerchor eine für beide Vereine vorteilhafte Chorgemeinschaft. Es hat sich eine sehr gute Kameradschaft und Harmonie entwickelt.

Bei der 63. Generalversammlung im Februar wird Fritz Sommer jr. zum Vorstand gewählt. Sein Vorgänger Rudolf Karle legte nach 23 Jahren sein Amt nieder. An diesem Abend beschloss die Generalversammlung, dass das anstehende 75.-jährige Jubiläum gefeiert werden soll.

Bei der Generalversammlung 1985 wird er langjährige Vorstand Rudolf Karle unter dem Beifall der Mitglieder zum Ehrenvorstand ernannt.

Erfreulicherweise hat der Chor eine wesentliche Verstärkung von 15 auf nun 23 Sänger erfahren. Wir müssen weiterhin bestrebt sein sein, junge Sänger für den Verein zu gewinnen, um den Fortbestand des Chors auch in Zukunft gewährleisten zu können. Wir wollen hiermit die kulturelle Aufgabe zum Wohle der Mitglieder und aller Einwohner der Orte Mangoldsall und Füßbach erfüllen.
 

2010 feiert der Verein sein 100-jähriges Bestehen mit einem Konzert in Kupferzell (siehe Link Videos und Bilder) und einem 3-Tages-Ortschaftsfest
Neue Uniformen in schwarz-grün zeigen auch eine neue modernere Optik des Vereins.

Die Chronik wird weiter gepflegt sowie neue Informationen vorliegen

Vielen Dank an das Archiv der Gemeinde Kupferzell und an Walter Bartholomä und Fritz Sommer, die viel Informationen für unsere Chronik zusammengetragen haben.

Wer etwas zur Chronik beitragen kann: einfach via Kontakt-Link mit uns in Verbindung setzen. Wir freuen uns über jede Information

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